kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost

Online-vernetzter Krisendienst der kbo in München – für schnellere Hilfe in seelischen Notlagen

Der psychiatrische Krisendienst der kbo-Isar-Amper-Klinikum gGmbH (kurz: kbo)leitet und koordiniert die umfassende Betreuung psychiatrischer Patienten inKliniken, von Psychiatrischen Institutsambulanzen und Sozialpsychiatrischen Diensten. Bis Februar 2016 wurde dafür eine Access-Datenbank genutzt, derenPflege sich jedoch als zeitaufwändig und fehleranfällig erwies. Daher suchtedie kbo nach einer Alternative und stellte folgende Anforderungen: Der psychiatrische Krisendienst der kbo-Isar-Amper-Klinikum gGmbH (kurz: kbo)leitet und koordiniert die umfassende Betreuung psychiatrischer Patienten inKliniken, von Psychiatrischen Institutsambulanzen und Sozialpsychiatrischen Diensten. Bis Februar 2016 wurde dafür eine Access-Datenbank genutzt, deren Pflege sich jedoch als zeitaufwändig und fehleranfällig erwies. Daher suchte die kbo nach einer Alternative und stellte folgende Anforderungen:

  • Klienten/Patienten-Dokumentation zur Koordination und Steuerung von ca. 100000 Formularen im Netzwerk
  • Lückenlose Informationsweitergabe bei 60000 Klienten / Anrufern
  • Einhaltung der strengen datenschutzrechtlichen Anforderungen des medizinischen Sektors (u.a. nach § 203 StGB „ärztliche Schweigepflicht“)
  • Zentrale Lösung ohne unnötige Zugriffshürden, für die keine weitere Installation notwendig ist

Seit 2016 verwendet die kbo die samedi-Software, um ihr psychiatrisches Netzwerk zu erweitern und um die kompletten Dokumentations-, Koordinations-und Freigabeprozesse online abzubilden. Die spezifischen Anforderungen des Krisendienstes erforderten eine individuelle, nach eigenen Vorgaben konfigurier-te IT-Lösung zur Dokumentation jeglicher Patientenkontakte mit zentraler Anbindung an die Telefonanlage. Ein Vorteil, der sich daraus ergibt: Bei Anruf eines Patienten öffnet sich sein Patientenstammblatt im samedi System soferndie Rufannahme aufgrund der bekannten Telefonnummer erfolgt. Die Mitarbei-ter am Krisentelefon verschaffen sich auf diese Weise schnell und rund um dieUhr einen Überblick über relevante Patientendaten sowie letzte Kontakte undkönnen bei der Beratung lückenlos ansetzen. Die Inhalte des Telefonats werdenwiederum dokumentiert und sicher verschlüsselt gemäß höchster Datenschutz-anforderungen im Netzwerk freigegeben.

Neben dem Krisendienst der kbo, den 24 Sozialpsychiatrischen Diensten undden Psychiatrischen Institutionsambulanzen profitiert auch die Versorgungs-forschung. Dank eines Reporting-Clients steht eine einheitliche Datengrundlage bereit, auf deren Basis das Bayerische Institut für Daten, Analysen und Qualitätssicherung (BIDAQ) regelmäßig Qualitätsberichte und statistische Auswertungen erstellt.

Mittlerweile werden monatlich rund 3.300 Formulare zur Dokumentation angelegt. Dazu zählen bspw. das Patientenstammblatt sowie Screening- und Einsatzprotokolle, die individuell nach den Vorgaben der kbo angelegt wurdenund jederzeit anpassbar sind. Um die Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten,wird die Anwendung fortlaufend optimiert. Dabei wurden in der Vergangenheitzum Beispiel die Formular-Übersicht um die Anzahl der Anhänge ergänzt. Dank globaler und interner Hinweise können Anmerkungen für bestimmte Zielgruppen gespeichert werden. So vereinfacht das vernetzte Formularwesenvon samedi administrative Prozesse trägt zur verbesserten Betreuung der hilfesuchenden Klienten/Patienten bei. Das zeigt sich konkret anhand folgenderAuswirkungen:

  • Signifikant weniger Faxe
  • Mehr Zeit für die Patienten
  • Qualitätsgewinn

Die Leitstelle kbo in Oberbayern agiert dabei als Vorreiter für die geplante Ausweitung der Online-Vernetzung im Rahmen der Psychotherapie im gesamten Bundesland. Mit der Einführung des Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz(BayPsychKHG) wird dieses Vorhaben noch gestärkt. Das Gesetz regelt u.a. die einheitliche 24/7 Erreichbarkeit der bayerischen Krisendienste, um ein niederschwelliges psychosoziales Hilfsangebot zu schaffen, wobei der Krisendienst der kbo als deutschlandweit erster Krisendienst der Psychiatrie bereits seit Juli 2019 rund um die Uhr erreichbar ist.